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Hund anschaffen und artgerecht halten: Das Wichtigste

Ein Hund begleitet dich zehn bis fünfzehn Jahre. Wer vorher ehrlich rechnet und die Haltung artgerecht plant, erspart sich und dem Tier viel Ärger. Hier steht, worauf es bei Kauf, Alltag und Auto wirklich ankommt.

Auf dieser Seite
  1. Vor der Anschaffung: Passt ein Hund zu deinem Leben?
  2. Rasse, Zucht und Welpenkauf
  3. Qualzucht: Wenn das Aussehen krank macht
  4. Was ein Hund täglich braucht
  5. Zwinger, Anbinden, Zaun und Mikrochip
  6. Mehrere Hunde halten
  7. Mit dem Hund im Auto
  8. Hunde aus dem Ausland und Reisen
  9. Erziehung, Aggression und Hilfe bei Problemen
  10. Üben mit Hundeführerschein Deutschland
  11. Diese 52 Prüfungsfragen gehören dazu

Vor der Anschaffung: Passt ein Hund zu deinem Leben?

Ein Hund ist kein Spontankauf. Er braucht Zeit, Geld und Nerven, und zwar über viele Jahre. Frag dich ehrlich, ob du das auch in zehn Jahren noch leisten kannst.

Klär zuerst die Grundlagen. Erlaubt dein Mietvertrag einen Hund? Reicht dein Einkommen auch für teure Tierarztrechnungen? Wie viel Erfahrung hast du, und wie viel Platz hast du wirklich?

Gegen einen Hund spricht vieles, wenn du ihn regelmäßig länger als etwa sechs Stunden am Tag allein lassen müsstest. Auch eine starke Hundehaarallergie ist ein Warnzeichen. Ändert sich dein Beruf oder deine Lebenslage bald, sei besonders vorsichtig. Ein Garten dagegen ist keine Voraussetzung: Bewegung und Beschäftigung finden vor allem draußen mit dir statt.

  • Darf ich in meiner Wohnung überhaupt einen Hund halten?
  • Habe ich Zeit, Geduld und Kraft, wenn Probleme auftauchen?
  • Kann ich auch hohe Kosten für Futter, Tierarzt, Steuer und Versicherung tragen?
  • Passt die Rasse zu meinem Alltag, nicht nur zu meinem Geschmack?

Gerade bei großen Hunden wie Rottweiler, Cane Corso oder American Staffordshire Terrier gilt: Prüfe vorab, ob dein Bundesland für deine Rasse besondere Auflagen vorsieht. Das regeln die Länder unterschiedlich.

Rasse, Zucht und Welpenkauf

Hunde sind nicht alle gleich. Über Generationen hat die Zucht bestimmte Anlagen verstärkt: Hüten, Jagen, Wachen oder Schützen. Rassen unterscheiden sich deshalb stark im Bewegungsbedürfnis, in der Jagdleidenschaft, im Wachverhalten und in der Ängstlichkeit. Die Größe eines Hundes sagt dagegen wenig über seinen Charakter. Wähle also nach Veranlagung, nicht nach Aussehen.

Ein seriöser Züchter gibt gern Auskunft und spricht auch über Nachteile seiner Rasse. Er lässt dich die Mutterhündin und den Aufzuchtort sehen. Die Welpen wachsen in der Familie auf und lernen viele Alltagsgeräusche und Umweltreize kennen. Wer ständig Würfe hat, viele Rassen anbietet oder Besucher fernhält, ist eher Vermehrer. Ein auffallend niedriger Preis ist ebenfalls ein Warnsignal. Reinrassig heißt nicht automatisch gesund.

Die ersten Lebenswochen prägen den Hund stark. In der Wurfgruppe lernt er von Mutter und Geschwistern erste Verhaltensregeln, zum Beispiel, wie fest er zubeißen darf. Deshalb darf ein Welpe nicht zu früh weg: Nach dem Tierschutzrecht erst nach der achten Woche, also frühestens in der neunten Lebenswoche. Bei der Übergabe sollte er geimpft und mehrfach entwurmt sein.

Auch eine Hündin mit Welpen braucht Rücksicht. Die Tierschutz-Hundeverordnung regelt unter anderem Wurfkiste und Rückzugsmöglichkeit. Welpen, die im Haus aufwachsen, brauchen ab der fünften Lebenswoche mindestens einmal täglich Auslauf im Freien.

Qualzucht: Wenn das Aussehen krank macht

Manche Rassen sind auf extreme Merkmale gezüchtet. Dazu gehören sehr kurze Nasen und winzige Körper. Das Tierschutzgesetz verbietet in § 11b die Zucht auf Merkmale, die dem Tier Leiden bringen.

Sehr kurznasige Hunde wie Französische Bulldoggen haben verengte Atemwege. Sie bekommen schlecht Luft und atmen laut. Oft kommen Augenleiden und Rückenprobleme durch deformierte Wirbel dazu. Weil schon das Atmen anstrengt, sind sie weniger belastbar, als sie gern wären.

Stark verzwergte Rassen wie der Chihuahua leiden häufig an erblichen Krankheiten. Typisch sind Wasserkopf, verrutschende Kniescheiben, Probleme mit Augen, Gehirn und Zähnen und leicht brechende Knochen. Wer ein gesundes Tier will, meidet solche Extreme.

Was ein Hund täglich braucht

Alle Hunde stammen vom Wolf ab, nicht vom Schakal. Sie sind keine Einzelgänger, sondern soziale Tiere und suchen Gesellschaft. Mischlinge sind nicht pauschal gesünder als Rassehunde. Große Hunde werden oft nur zehn bis zwölf Jahre alt, viele andere weniger als 18.

Artgerecht heißt: Der Hund bekommt jeden Tag, was seiner Natur entspricht. Dazu gehören mehrere Stunden körperliche und geistige Beschäftigung, passend zu Alter und Gesundheit. Dazu gehört auch ausreichend Kontakt zu Menschen und, wo möglich, zu anderen Hunden. Futter und ständig frisches Wasser sind selbstverständlich.

Wie viel Bewegung ein Hund braucht, hängt von Rasse, Alter, Größe und Gesundheit ab. Ein junger Hütehund braucht deutlich mehr als ein alter, ruhiger Hund. Feste Regeln wie fünf Minuten pro Lebensmonat gelten nicht. Ein besonders aktiver Hund kann bis zu drei Stunden Auslauf am Tag brauchen.

Jeder Hund braucht außerdem einen festen Platz in der Wohnung. Dort zieht er sich zurück und fühlt sich sicher. Schick ihn dort nie zur Strafe hin, sonst verliert der Platz seinen Sinn.

Ein großer Hund in einer kleinen Wohnung ist kein Problem, wenn er draußen viel unterwegs ist. Bedenklich ist es dagegen, einen gesunden jungen Hund nur kurz an kurzer Leine auszuführen. Bedenklich ist auch, ein Einzeltier lange Zeit täglich allein zu lassen oder ihm aus Geldmangel die Behandlung zu verweigern.

Die Leine schadet dem Selbstbewusstsein nicht. Sie schützt in belebten Gegenden und gibt dir bei unverträglichen Hunden Kontrolle. Sie ist nie ein Strafmittel. Junge Hunde lernen Leinenführigkeit am besten freudig und mit Belohnung.

Zwinger, Anbinden, Zaun und Mikrochip

Die Tierschutz-Hundeverordnung legt für die Zwingerhaltung verbindliche Regeln fest. Sie betreffen Größe und Aufbau des Zwingers, täglichen Auslauf außerhalb des Zwingers und mehrmals täglich Kontakt zu Menschen. Ein Zwinger darf den Hund also nicht von der Familie trennen.

Hunde dürfen grundsätzlich nicht angebunden gehalten werden. Ausnahmen gibt es nur für Arbeitshunde mit Betreuungsperson. Die Leine muss dann mindestens drei Meter lang und gegen Aufdrehen gesichert sein. Dazu braucht der Hund ein breites Halsband oder ein Brustgeschirr.

Hält sich dein Hund auf einem Grundstück auf, muss es ausbruchsicher sein. Ein ausreichend hoher Zaun, den der Hund nicht unterbuddeln kann, schützt ihn. Stacheldraht, Dauerstrom oder Glasscherben verletzen ihn und sind tierschutzwidrig.

Ein Mikrochip ist sinnvoll, weil er den Hund sicher seinem Halter zuordnet. Nach ISO-Norm lässt er sich auch im Ausland lesen. Er ist für den Hund schonender als eine Tätowierung, weil keine Narkose nötig ist. In Nordrhein-Westfalen ist die Kennzeichnung per Chip für große Hunde vorgeschrieben, nämlich ab 40 Zentimetern Widerristhöhe oder 20 Kilogramm.

Mehrere Hunde halten

Ein zweiter Hund bringt Gesellschaft, vor allem wenn du mehrere Stunden am Tag außer Haus bist. Das Leben in der Gruppe ist artgerechter, solange sich die Hunde gut verstehen.

Dem stehen Nachteile gegenüber. Spaziergänge, Erziehung und Kosten für Futter, Tierarzt, Steuer, Versicherung und Ausstattung fallen für jeden Hund an. Gerade bei zwei großen Hunden steigt der Aufwand deutlich. Hunde schauen sich auch Unerwünschtes voneinander ab und steigern sich gemeinsam schneller hinein. Ein Zweithund lernt nicht doppelt so schnell. Spielen schützt auch nicht vor Übergewicht.

Mit dem Hund im Auto

Ein Hund muss im Auto gesichert reisen. Geeignet ist eine Transportbox, die auf dem Rücksitz oder im Kofferraum fest verankert ist. Auch ein passendes Sicherheitsgeschirr mit Gurt-System kann taugen. Ein fester Platz ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Der Beifahrersitz sichert den Hund aber nicht, und ein loser Kofferraum auch nicht.

Bei einem Unfall oder einer Vollbremsung wird ein ungesicherter Hund zum Geschoss. Er kann aus dem Wagen geschleudert werden und weglaufen. Er kann Mitfahrende schwer verletzen und wird selbst schwer verletzt. Zusätzlich kann man dem Fahrer wegen mangelnder Ladungssicherung eine Teilschuld geben, auch wenn er den Unfall nicht verursacht hat.

Lass deinen Hund nie im Sommer im geparkten Auto. Schon bei mäßigen Temperaturen heizt sich der Innenraum binnen Minuten lebensgefährlich auf, auch mit Fensterspalt. Ein Hund kann Hitze nur begrenzt durch Hecheln abgeben. Wer ihn dem Hitzetod aussetzt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Nur an kühlen Tagen, im Schatten, gut belüftet und höchstens ganz kurz ist es vertretbar. Am sichersten lässt du ihn gar nicht allein im Wagen.

Hunde aus dem Ausland und Reisen

Viele Tierschutzvereine vermitteln Hunde aus Süd- und Osteuropa. Das kann gut gehen, braucht aber Vorbereitung. Die Hunde bringen oft Krankheiten mit, die Mücken oder Zecken übertragen. Dazu zählen Leishmaniose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Babesiose, Rickettsiose und Herzwürmer. Manche zeigen sich erst Monate später. Deshalb sollte der Hund kurz vor der Ausreise im Herkunftsland und nach der Ankunft in Deutschland untersucht werden.

Außerdem sind viele dieser Hunde unsicher. Sie kennen Menschen, Straßenverkehr und Alltagsgeräusche kaum. Für dicht besiedelte Gegenden passen sie deshalb oft nicht. Werden sie wieder abgegeben, belastet das die Tierheime. Unzureichend untersuchte Importhunde erhöhen außerdem das Ansteckungsrisiko für heimische Hunde.

Auch wer mit dem Hund verreist, muss sich vorbereiten. Prüfe, vor welchen Krankheiten er im Reiseland und auf dem Weg geschützt werden sollte. Prüfe auch die Ein- und Rückreiseregeln: Tollwutimpfung, EU-Heimtierausweis, Mikrochip und gegebenenfalls Maulkorb.

Erziehung, Aggression und Hilfe bei Problemen

Ein problemloses Zusammenleben entsteht durch Training mit positiver Bestärkung sowie passende Beschäftigung und Bewegung. Der Hund soll nicht hinter dir laufen müssen, und er wird nicht durch Strafe gehorsam. Dieser Rangmythos ist überholt. Strafe erzeugt Angst und Unsicherheit.

Macht dein Hund in die Wohnung, war er vermutlich zu lange allein. Begrüße ihn normal und räume das Malheur kommentarlos weg. Schimpfen oder Nase hineinstoßen bringt nichts. Der Hund kann die Strafe nicht mit der Tat verbinden und lernt nur, dich zu fürchten.

Fordert ein Hund ständig Aufmerksamkeit, hat er gelernt, dass es sich lohnt. Besonders aktive oder unterforderte Hunde tun das häufiger. Beschäftige ihn passend und schenke ihm Aufmerksamkeit dann, wenn er ruhig ist.

Hunde können aggressiv reagieren, wenn sie bedrängt werden. Das passiert, wenn Fremde sie plötzlich anfassen, wenn jemand sie am Napf stört oder wenn sie beim Tierarzt Angst oder Schmerzen haben. Zeigt ein bisher friedlicher Hund plötzlich Aggression, gehört er schnell zum Tierarzt. Oft stecken Schmerzen oder eine Krankheit dahinter.

Bei anhaltenden Problemen suchst du fachkundige Hilfe. Das kann ein Tierarzt mit Zusatzqualifikation für Verhalten sein. Es kann auch ein moderner, nachweislich geschulter Hundetrainer sein, der mit positiver Bestärkung arbeitet. Persönliche Erfahrung allein reicht nicht.

Üben mit Hundeführerschein Deutschland

In der App findest du die amtlichen Fragen aus Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit Erklärungen. Für alle anderen Bundesländer kannst du ebenfalls üben.

Bald im App Store.

Diese 52 Prüfungsfragen gehören dazu

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Quellen

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