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Welpen, Sozialisierung und Alltag mit dem Hund

Was ein Welpe in den ersten Monaten erlebt, prägt ihn fürs ganze Leben. Dieser Artikel erklärt Sozialisierung, Beißhemmung und Alleinbleiben. Er zeigt, wie Problemhunde entstehen, worauf du vor dem Kauf achtest und was du über Gesundheit und Fortpflanzung wissen musst.

Auf dieser Seite
  1. Sozialisierung und Trennung von der Mutter
  2. Beißhemmung und Spielregeln
  3. Training beim Welpen und Alleinbleiben
  4. Anspringen abgewöhnen
  5. Wie Problemhunde entstehen
  6. Vor der Anschaffung: Das solltest du klären
  7. Gesundheit, Fütterung und Sommer
  8. Pubertät und Fortpflanzung
  9. Was in der Prüfung gilt und was Fachleute heute empfehlen
  10. Üben mit Hundeführerschein Deutschland
  11. Diese 55 Prüfungsfragen gehören dazu

Sozialisierung und Trennung von der Mutter

Als Welpe gilt ein Hund bis zum Ende der Sozialisierungsphase, also bis etwa zum Ende des vierten Lebensmonats. Besonders empfänglich ist er für soziale Eindrücke und Umweltreize von der vierten bis zur zwölften Lebenswoche.

In dieser Zeit sammelt der Welpe Erfahrungen, die ihm später als Vergleichsmaßstab dienen. Je mehr Reize er entspannt kennenlernt, desto mehr Nervenverbindungen entstehen im Gehirn. Er wird selbstsicher im Umgang mit Neuem. Fehlende Erfahrungen lassen sich später nur schwer nachholen.

Gut sozialisiert heißt: Der Hund hat vor allem in den ersten drei bis vier Monaten viele Hunde, Menschen, Gegenstände und Orte kennengelernt. Das heißt nicht, dass er nie droht oder knurrt. Das gehört zum normalen Verhalten jedes Hundes.

  • Viele verschiedene Menschen, von Babys bis zu Senioren.
  • Öffentliche Verkehrsmittel, Straßenverkehr und Alltagsgeräusche.
  • Fremde Welpen und verträgliche erwachsene Hunde, von denen er Körper- und Spielsprache lernt.

Dosiere die Reize und überfordere deinen Welpen nicht. Ein Welpe, der nur zu Hause bleibt, wird später oft unsicher. Viel Zwingerhaltung führt zu Defiziten im Sozialverhalten und zu Ängsten.

Ein Welpe darf nach der Tierschutz-Hundeverordnung erst im Alter von über acht Wochen von Mutter und Wurfgeschwistern getrennt werden. Nur wenn ein Tierarzt die frühere Trennung zum Schutz von Mutter oder Welpe für nötig hält, ist sie erlaubt.

Bei Mutter und Geschwistern lernt er Körpersprache, Sozialverhalten und Beißhemmung. Wer zu früh trennt, riskiert Unsicherheit und Verhaltensprobleme.

Beißhemmung und Spielregeln

Die Beißhemmung ist nicht angeboren. Der Welpe lernt im Spiel mit Geschwistern und Menschen, wie fest er zubeißen darf. Ist es zu fest, quiekt der Spielpartner und das Spiel endet.

Zwickt dein Welpe dich im Spiel, dulde das nicht. Unterbrich das Spiel sofort. So lernt er, dass Zähne auf Haut den Spaß beenden. Von selbst gibt sich das nicht. Belohne sanftes Spielen.

Ein Nackengriff mit Schütteln ahmt nicht die Mutter nach. Es ist Gewalt, löst Angst aus und ist verboten.

Auch beim erwachsenen Hund gelten Regeln im Spiel:

  • Keine Beutespiele, bei denen der Mensch oder seine Kleidung die Beute ist.
  • Das Spiel muss kontrollierbar bleiben, ohne dass der Hund überdreht.
  • Du musst das Spiel jederzeit sofort beenden können.

Verbiete auch Anspringen, Schnappen nach Leckerli oder Spielzeug, Beißen in Kleidung und das Hinterherjagen. Was beim Besitzer Spiel ist, wirkt bei Fremden bedrohlich. Gerade bei großen Hunden führt das schnell zu Verletzungen oder Anzeigen.

Training beim Welpen und Alleinbleiben

Mit der Erziehung beginnst du früh. Der Welpe lernt ohnehin vom ersten Tag an. Sinnvoll ist eine Eingewöhnungszeit von etwa drei Wochen bei der neuen Familie. Wichtig ist, dass er weder Angst hat noch zu aufgeregt ist.

Übe kurz, denn Welpen können sich nur kurz konzentrieren. Gestalte die Übungen spielerisch, liebevoll und klar. Bestrafe niemals einen Welpen, sonst lernt er Angst vor Menschen.

Alleinbleiben ist nicht angeboren. Beginne schon beim Welpen mit sehr kurzen Abwesenheiten und steigere sie langsam, solange er entspannt bleibt. Ein Welpe, der sechs Monate nie allein war, lernt es später schwer. Es dauert oft einige Monate, bis er ein paar Stunden allein bleibt.

Zerstört ein Hund beim Alleinsein Möbel, steckt meist Langeweile oder Trennungsstress dahinter, nicht Hunger. Ein Zwinger löst das nicht.

Anspringen abgewöhnen

Das Hochspringen stammt aus dem Welpenverhalten. Welpen stupsen der Mutter an die Schnauze, um Futter zu bekommen. Daraus wird ein Begrüßungsverhalten. Es bleibt bestehen, wenn Menschen es mit Zuwendung belohnen.

Du solltest es früh abgewöhnen. Ein springender Hund kann Menschen erschrecken, umwerfen, verletzen und die Kleidung beschmutzen. Das ist eine Frage der Rücksichtnahme. Bei großen Hunden ist es besonders wichtig.

So gehst du vor:

  • Gestalte Begrüßungen ruhig und ohne Partystimmung.
  • Wende dich dem Hund nur zu, wenn alle vier Pfoten am Boden sind.
  • Lass ihn rechtzeitig Sitz oder Platz machen und belohne ihn, bevor er springt.
  • Übe mit einem Helfer und dreh dich weg, wenn er anspringt.
  • Leine ihn bei Begegnungen vorsorglich an.

Nur „Pfui“ zu rufen bringt nichts. Der Hund bekommt so Aufmerksamkeit und lernt nicht, was er stattdessen tun soll.

Wie Problemhunde entstehen

Problemverhalten ist selten angeboren. Meist liegen Haltung, Erziehung oder frühe Prägung zugrunde. Dazu zählen isolierte Haltung ohne Sozialkontakte, Fehler im Umgang, Fehler in der Ausbildung, schlechte Aufzucht und Inkonsequenz.

Kettenhaltung ist nach der Tierschutz-Hundeverordnung grundsätzlich verboten. Auch fehlende Auslastung kann das Verhalten ändern: Ein Hund mit zu wenig Bewegung zeigt oft Unruhe, Bellen oder Zerstörungslust.

Vorbeugen kannst du mit konsequenter, fairer Erziehung und vielen Alltagserfahrungen im frühen Alter. Ein Hund braucht täglich mehrere Stunden geistige und körperliche Forderung, dazu Sozialkontakt. Geeignet sind Apport- und Suchspiele. Radfahren geht nur mit trainiertem, fitem Hund und kurzer, fester Führung mit Abstand zum Rad.

Verhalten ist zu einem Teil erblich, etwa Ängstlichkeit, Nervosität oder Jagdtrieb. Mit sehr ängstlichen oder nervösen Hunden züchtet man deshalb nicht. Erziehung und Veranlagung wirken zusammen.

Rassen unterscheiden sich im Aussehen, in der Größe und im Laufbedürfnis. Dazu kommen die Aufgaben, für die man sie einst gezüchtet hat. Für fast alle Rassen gibt es rassetypische Krankheiten. Auch Mischlinge können solche Anlagen erben. Informiere dich vor der Rassewahl.

Vor der Anschaffung: Das solltest du klären

Kläre vor dem Kauf, ob Hundehaltung in deiner Wohnung erlaubt ist. Plane, dass du den Hund 12 bis 15 Jahre versorgen kannst. Prüfe, ob die Rasseveranlagung zu deinem Lebensstil passt.

Rechne besonders in der ersten Zeit mit viel Zeitaufwand. Ein Hund sollte in der Regel nicht länger als etwa sechs Stunden täglich allein bleiben. Er braucht tägliche Bewegung, muss gechipt und zur Hundesteuer angemeldet werden und sollte geimpft sein. In Berlin ist außerdem eine Haftpflichtversicherung Pflicht.

Beim Welpenkauf prüfst du den Verkäufer gründlich. Er sollte dir die Elterntiere zeigen, die fachkundige Aufzucht belegen und selbst Fragen zu deinem Leben stellen. Der Welpe muss alt genug und gesund sein und einem Tierarzt vorgestellt worden sein. Niedlichkeit und ein ungewöhnlich niedriger Preis sind Warnzeichen für unseriösen Handel.

Bei Problemen im Zusammenleben wendest du dich an einen auf Verhalten spezialisierten Tierarzt. Er erkennt auch körperliche Ursachen. Eine zweite Anlaufstelle ist ein moderner, für Problemverhalten geschulter Trainer. Züchter und andere Halter meinen es gut, haben aber keine fundierte Ausbildung.

Gesundheit, Fütterung und Sommer

Vorbeugend helfen regelmäßige Impfungen. Schau beim täglichen Bürsten den ganzen Körper an, damit du Veränderungen und Parasiten sofort bemerkst. Wöchentliches Baden schadet Haut und Fell.

Füttere so viel, dass dein Hund schlank bleibt und weder zu- noch abnimmt. Empfohlen sind altersgerechte Fertigfuttermittel. Junge Hunde großer Rassen sollten nicht unbegrenzt fressen, weil zu schnelles Wachstum die Gelenke belastet.

Im Hochsommer lässt du deinen Hund nie im parkenden Auto. Der Innenraum heizt sich innerhalb von Minuten auf. Es droht ein lebensgefährlicher Hitzschlag.

Pubertät und Fortpflanzung

Die Pubertät kann schon mit etwa fünf Monaten beginnen. Das Interesse am anderen Geschlecht steigt, gleichgeschlechtliche Hunde werden eher als Konkurrenz gesehen. Viele Junghunde sind dann unkonzentriert und abgelenkt. Bleib geduldig und übe konsequent weiter. Strafen helfen nicht.

Die erste Läufigkeit setzt bei Hündinnen meist irgendwann im ersten bis zweiten Lebensjahr ein, grob ab dem sechsten Monat. Große Rassen entwickeln sich in der Regel später als kleine. Empfängnisbereit ist die Hündin ungefähr zwischen dem 8. und 15. Tag nach Beginn der Blutung. Sichere sie trotzdem während der gesamten Läufigkeit.

Die Trächtigkeit dauert etwa 63 Tage. Rüden werden etwa ab dem 6. Lebensmonat zeugungsfähig, lange bevor sie ausgewachsen sind.

Was in der Prüfung gilt und was Fachleute heute empfehlen

Die offiziellen Kataloge von Sachsen-Anhalt (2009) und Thüringen (2012) sind älter als der heutige Wissensstand. An einigen Stellen belohnt ihr Schlüssel Methoden, von denen Fachleute inzwischen abraten. Für die Prüfung zählt der offizielle Schlüssel, für deinen Hund das heutige Wissen. Hier steht beides nebeneinander.

  • Thüringen, Beißhemmung: In der Prüfung zählt neben dem sofortigen Spielabbruch auch ein kurzer Kniff im Moment des Zubeißens. Heute empfehlen Fachleute nur den Spielabbruch. Schmerz erschreckt den Welpen und kann das Spiel ruppiger machen.

Üben mit Hundeführerschein Deutschland

Die App enthält die offiziellen Fragen der Sachkundeprüfung in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, jeweils mit Erklärungen. Außerdem kannst du für alle Bundesländer üben.

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Diese 55 Prüfungsfragen gehören dazu

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Quellen

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