Auf dieser Seite
- Sozialisierung und Trennung von der Mutter
- Beißhemmung und Spielregeln
- Training beim Welpen und Alleinbleiben
- Anspringen abgewöhnen
- Wie Problemhunde entstehen
- Vor der Anschaffung: Das solltest du klären
- Gesundheit, Fütterung und Sommer
- Pubertät und Fortpflanzung
- Was in der Prüfung gilt und was Fachleute heute empfehlen
- Üben mit Hundeführerschein Deutschland
- Diese 55 Prüfungsfragen gehören dazu
Sozialisierung und Trennung von der Mutter
Als Welpe gilt ein Hund bis zum Ende der Sozialisierungsphase, also bis etwa zum Ende des vierten Lebensmonats. Besonders empfänglich ist er für soziale Eindrücke und Umweltreize von der vierten bis zur zwölften Lebenswoche.
In dieser Zeit sammelt der Welpe Erfahrungen, die ihm später als Vergleichsmaßstab dienen. Je mehr Reize er entspannt kennenlernt, desto mehr Nervenverbindungen entstehen im Gehirn. Er wird selbstsicher im Umgang mit Neuem. Fehlende Erfahrungen lassen sich später nur schwer nachholen.
Gut sozialisiert heißt: Der Hund hat vor allem in den ersten drei bis vier Monaten viele Hunde, Menschen, Gegenstände und Orte kennengelernt. Das heißt nicht, dass er nie droht oder knurrt. Das gehört zum normalen Verhalten jedes Hundes.
- Viele verschiedene Menschen, von Babys bis zu Senioren.
- Öffentliche Verkehrsmittel, Straßenverkehr und Alltagsgeräusche.
- Fremde Welpen und verträgliche erwachsene Hunde, von denen er Körper- und Spielsprache lernt.
Dosiere die Reize und überfordere deinen Welpen nicht. Ein Welpe, der nur zu Hause bleibt, wird später oft unsicher. Viel Zwingerhaltung führt zu Defiziten im Sozialverhalten und zu Ängsten.
Ein Welpe darf nach der Tierschutz-Hundeverordnung erst im Alter von über acht Wochen von Mutter und Wurfgeschwistern getrennt werden. Nur wenn ein Tierarzt die frühere Trennung zum Schutz von Mutter oder Welpe für nötig hält, ist sie erlaubt.
Bei Mutter und Geschwistern lernt er Körpersprache, Sozialverhalten und Beißhemmung. Wer zu früh trennt, riskiert Unsicherheit und Verhaltensprobleme.
Beißhemmung und Spielregeln
Die Beißhemmung ist nicht angeboren. Der Welpe lernt im Spiel mit Geschwistern und Menschen, wie fest er zubeißen darf. Ist es zu fest, quiekt der Spielpartner und das Spiel endet.
Zwickt dein Welpe dich im Spiel, dulde das nicht. Unterbrich das Spiel sofort. So lernt er, dass Zähne auf Haut den Spaß beenden. Von selbst gibt sich das nicht. Belohne sanftes Spielen.
Ein Nackengriff mit Schütteln ahmt nicht die Mutter nach. Es ist Gewalt, löst Angst aus und ist verboten.
Auch beim erwachsenen Hund gelten Regeln im Spiel:
- Keine Beutespiele, bei denen der Mensch oder seine Kleidung die Beute ist.
- Das Spiel muss kontrollierbar bleiben, ohne dass der Hund überdreht.
- Du musst das Spiel jederzeit sofort beenden können.
Verbiete auch Anspringen, Schnappen nach Leckerli oder Spielzeug, Beißen in Kleidung und das Hinterherjagen. Was beim Besitzer Spiel ist, wirkt bei Fremden bedrohlich. Gerade bei großen Hunden führt das schnell zu Verletzungen oder Anzeigen.
Training beim Welpen und Alleinbleiben
Mit der Erziehung beginnst du früh. Der Welpe lernt ohnehin vom ersten Tag an. Sinnvoll ist eine Eingewöhnungszeit von etwa drei Wochen bei der neuen Familie. Wichtig ist, dass er weder Angst hat noch zu aufgeregt ist.
Übe kurz, denn Welpen können sich nur kurz konzentrieren. Gestalte die Übungen spielerisch, liebevoll und klar. Bestrafe niemals einen Welpen, sonst lernt er Angst vor Menschen.
Alleinbleiben ist nicht angeboren. Beginne schon beim Welpen mit sehr kurzen Abwesenheiten und steigere sie langsam, solange er entspannt bleibt. Ein Welpe, der sechs Monate nie allein war, lernt es später schwer. Es dauert oft einige Monate, bis er ein paar Stunden allein bleibt.
Zerstört ein Hund beim Alleinsein Möbel, steckt meist Langeweile oder Trennungsstress dahinter, nicht Hunger. Ein Zwinger löst das nicht.
Anspringen abgewöhnen
Das Hochspringen stammt aus dem Welpenverhalten. Welpen stupsen der Mutter an die Schnauze, um Futter zu bekommen. Daraus wird ein Begrüßungsverhalten. Es bleibt bestehen, wenn Menschen es mit Zuwendung belohnen.
Du solltest es früh abgewöhnen. Ein springender Hund kann Menschen erschrecken, umwerfen, verletzen und die Kleidung beschmutzen. Das ist eine Frage der Rücksichtnahme. Bei großen Hunden ist es besonders wichtig.
So gehst du vor:
- Gestalte Begrüßungen ruhig und ohne Partystimmung.
- Wende dich dem Hund nur zu, wenn alle vier Pfoten am Boden sind.
- Lass ihn rechtzeitig Sitz oder Platz machen und belohne ihn, bevor er springt.
- Übe mit einem Helfer und dreh dich weg, wenn er anspringt.
- Leine ihn bei Begegnungen vorsorglich an.
Nur „Pfui“ zu rufen bringt nichts. Der Hund bekommt so Aufmerksamkeit und lernt nicht, was er stattdessen tun soll.
Wie Problemhunde entstehen
Problemverhalten ist selten angeboren. Meist liegen Haltung, Erziehung oder frühe Prägung zugrunde. Dazu zählen isolierte Haltung ohne Sozialkontakte, Fehler im Umgang, Fehler in der Ausbildung, schlechte Aufzucht und Inkonsequenz.
Kettenhaltung ist nach der Tierschutz-Hundeverordnung grundsätzlich verboten. Auch fehlende Auslastung kann das Verhalten ändern: Ein Hund mit zu wenig Bewegung zeigt oft Unruhe, Bellen oder Zerstörungslust.
Vorbeugen kannst du mit konsequenter, fairer Erziehung und vielen Alltagserfahrungen im frühen Alter. Ein Hund braucht täglich mehrere Stunden geistige und körperliche Forderung, dazu Sozialkontakt. Geeignet sind Apport- und Suchspiele. Radfahren geht nur mit trainiertem, fitem Hund und kurzer, fester Führung mit Abstand zum Rad.
Verhalten ist zu einem Teil erblich, etwa Ängstlichkeit, Nervosität oder Jagdtrieb. Mit sehr ängstlichen oder nervösen Hunden züchtet man deshalb nicht. Erziehung und Veranlagung wirken zusammen.
Rassen unterscheiden sich im Aussehen, in der Größe und im Laufbedürfnis. Dazu kommen die Aufgaben, für die man sie einst gezüchtet hat. Für fast alle Rassen gibt es rassetypische Krankheiten. Auch Mischlinge können solche Anlagen erben. Informiere dich vor der Rassewahl.
Vor der Anschaffung: Das solltest du klären
Kläre vor dem Kauf, ob Hundehaltung in deiner Wohnung erlaubt ist. Plane, dass du den Hund 12 bis 15 Jahre versorgen kannst. Prüfe, ob die Rasseveranlagung zu deinem Lebensstil passt.
Rechne besonders in der ersten Zeit mit viel Zeitaufwand. Ein Hund sollte in der Regel nicht länger als etwa sechs Stunden täglich allein bleiben. Er braucht tägliche Bewegung, muss gechipt und zur Hundesteuer angemeldet werden und sollte geimpft sein. In Berlin ist außerdem eine Haftpflichtversicherung Pflicht.
Beim Welpenkauf prüfst du den Verkäufer gründlich. Er sollte dir die Elterntiere zeigen, die fachkundige Aufzucht belegen und selbst Fragen zu deinem Leben stellen. Der Welpe muss alt genug und gesund sein und einem Tierarzt vorgestellt worden sein. Niedlichkeit und ein ungewöhnlich niedriger Preis sind Warnzeichen für unseriösen Handel.
Bei Problemen im Zusammenleben wendest du dich an einen auf Verhalten spezialisierten Tierarzt. Er erkennt auch körperliche Ursachen. Eine zweite Anlaufstelle ist ein moderner, für Problemverhalten geschulter Trainer. Züchter und andere Halter meinen es gut, haben aber keine fundierte Ausbildung.
Gesundheit, Fütterung und Sommer
Vorbeugend helfen regelmäßige Impfungen. Schau beim täglichen Bürsten den ganzen Körper an, damit du Veränderungen und Parasiten sofort bemerkst. Wöchentliches Baden schadet Haut und Fell.
Füttere so viel, dass dein Hund schlank bleibt und weder zu- noch abnimmt. Empfohlen sind altersgerechte Fertigfuttermittel. Junge Hunde großer Rassen sollten nicht unbegrenzt fressen, weil zu schnelles Wachstum die Gelenke belastet.
Im Hochsommer lässt du deinen Hund nie im parkenden Auto. Der Innenraum heizt sich innerhalb von Minuten auf. Es droht ein lebensgefährlicher Hitzschlag.
Pubertät und Fortpflanzung
Die Pubertät kann schon mit etwa fünf Monaten beginnen. Das Interesse am anderen Geschlecht steigt, gleichgeschlechtliche Hunde werden eher als Konkurrenz gesehen. Viele Junghunde sind dann unkonzentriert und abgelenkt. Bleib geduldig und übe konsequent weiter. Strafen helfen nicht.
Die erste Läufigkeit setzt bei Hündinnen meist irgendwann im ersten bis zweiten Lebensjahr ein, grob ab dem sechsten Monat. Große Rassen entwickeln sich in der Regel später als kleine. Empfängnisbereit ist die Hündin ungefähr zwischen dem 8. und 15. Tag nach Beginn der Blutung. Sichere sie trotzdem während der gesamten Läufigkeit.
Die Trächtigkeit dauert etwa 63 Tage. Rüden werden etwa ab dem 6. Lebensmonat zeugungsfähig, lange bevor sie ausgewachsen sind.
Was in der Prüfung gilt und was Fachleute heute empfehlen
Die offiziellen Kataloge von Sachsen-Anhalt (2009) und Thüringen (2012) sind älter als der heutige Wissensstand. An einigen Stellen belohnt ihr Schlüssel Methoden, von denen Fachleute inzwischen abraten. Für die Prüfung zählt der offizielle Schlüssel, für deinen Hund das heutige Wissen. Hier steht beides nebeneinander.
- Thüringen, Beißhemmung: In der Prüfung zählt neben dem sofortigen Spielabbruch auch ein kurzer Kniff im Moment des Zubeißens. Heute empfehlen Fachleute nur den Spielabbruch. Schmerz erschreckt den Welpen und kann das Spiel ruppiger machen.
Üben mit Hundeführerschein Deutschland
Die App enthält die offiziellen Fragen der Sachkundeprüfung in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, jeweils mit Erklärungen. Außerdem kannst du für alle Bundesländer üben.
Bald im App Store.
Diese 55 Prüfungsfragen gehören dazu
- Nordrhein-Westfalen 21Was kann man über die Pubertätsphase von Hunden sagen?
- Nordrhein-Westfalen 24Ist es für die Entwicklung des Welpen sehr wichtig, ob er in seinen ersten Lebenswochen zahlreiche Außenreize entspannt und positiv kennenlernt?
- Nordrhein-Westfalen 39Welche Punkte sind bei der Welpenerziehung wichtig?
- Nordrhein-Westfalen 49Wenn man einen Welpen kauft, sollte man
- Nordrhein-Westfalen 127Wie viel sollte ein Hund zu fressen bekommen?
- Nordrhein-Westfalen 184Was kann für herrenlose Hunde aus Süd- und Osteuropa ein erhebliches Problem darstellen, wenn sie nach Deutschland in ein neues Zuhause gebracht werden?
- Nordrhein-Westfalen 193Wie bringt man einem Hund bei, dass er nicht aus Freude Menschen zur Begrüßung anspringt?
- Nordrhein-Westfalen 197Gibt es Hunderassen mit einer Veranlagung für bestimmte Krankheiten?
- Berlin 1Worin unterscheiden sich Hunderassen?
- Berlin 2Kann Verhalten bei Hunden vererbt werden?
- Berlin 3Was bedeutet „gut sozialisiert“ bei einem Hund?
- Berlin 4Kann sich das Verhalten eines Hundes verändern, wenn er nicht genug Auslauf hat?
- Berlin 5Wodurch können sich Hunde zu Problemhunden entwickeln?
- Berlin 6Vor der Anschaffung eines Hundes bedenke ich, dass:
- Berlin 7Bis zu welchem Alter bezeichnet man Hunde als „Welpen"?
- Berlin 8Wer wäre der beste Ansprechpartner, wenn es zu Problemen im Zusammenleben kommt?
- Berlin 9Gibt es Dinge, die man prophylaktisch tun kann, damit der Hund gesund bleibt?
- Berlin 11Was ist im Sommer besonders bei hohen Temperaturen zu beachten?
- Berlin 12Was ist bei der Fütterung meines Hundes zu beachten?
- Berlin 13Welche Bedürfnisse des Hundes müssen bei tiergerechter Haltung täglich ausreichend erfüllt werden?
- Berlin 14Sie wollen eine Fahrradtour mit Ihrem Hund machen. Welche Maßnahmen empfehlen sich?
- Berlin 15Welche Dinge sind vor der Anschaffung eines Hundes zu klären?
- Berlin 16Worauf sollte ich bei der Anschaffung eines Welpen achten?
- Berlin 18In welchem Alter dürfen Welpen frühestens von ihrer Mutter und ihren Wurfgeschwistern getrennt werden?
- Berlin 19Wie reagieren Sie auf einen Welpen, der sie im Spiel beißt oder zwickt?
- Berlin 20Was sollte man dem Hund verbieten, weil er dieses Verhalten sonst auch bei Fremden zeigen könnte?
- Berlin 21Welche Regeln sollten im Spiel zwischen Hund und Mensch beachtet werden?
- Berlin 25Welche Erfahrungen sind für ein reibungsloses Zusammenleben in der menschlichen Gesellschaft für einen Welpen wichtig?
- Berlin 26Was ist geeignet, um die Sozialverträglichkeit des jungen Hundes zu fördern?
- Berlin 29Ab welchem Alter sollte man mit dem Welpen das Training beginnen?
- Berlin 30Wann wird eine Hündin in der Regel das erste Mal läufig?
- Berlin 31Wann ist die empfängnisbereite Zeit während der Läufigkeit?
- Berlin 32Wie lange dauert die Trächtigkeit einer Hündin in etwa?
- Berlin 33In welchem Alter wird ein Rüde zeugungsfähig?
- Brandenburg 11Wie kann ich weitgehend vermeiden, dass mein Hund ein „Problemhund“ wird?
- Brandenburg 15Wie kann man einem Welpen die „Beißhemmung“ anerziehen?
- Brandenburg 22In welchem Alter sind junge Hunde besonders empfänglich für soziale Eindrücke und Umweltreize?
- Sachsen-Anhalt 4.11Warum muss ein Hund lernen, nicht an Menschen hoch zu springen?
- Sachsen-Anhalt 4.12Warum springen Hunde in bestimmten Situationen Menschen an?
- Sachsen-Anhalt 4.13Wie verhindert man, dass der Hund an anderen Menschen hochspringt?
- Sachsen-Anhalt 4.14Welche Erfahrungen eines Welpen fördern das Eingewöhnen in das menschliche Umfeld?
- Sachsen-Anhalt 4.15Wodurch können sich Hunde zu Problemhunden entwickeln?
- Sachsen-Anhalt 4.16Warum zerstören Hunde Gegenstände und Einrichtung, wenn sie allein gelassen werden?
- Sachsen-Anhalt 4.17Wie lernt ein Hund das Alleinbleiben im Zwinger oder zu Hause?
- Sachsen-Anhalt 4.21Womit kann man einen Hund „artgerecht" beschäftigen?
- Thüringen 4Ist die sogenannte Beißhemmung angeboren?
- Thüringen 5Ist es für die Entwicklung des Welpen sehr wichtig, ob er in seinen ersten Lebenswochen zahlreiche Außenreize kennen lernt?
- Thüringen 6Warum sind gerade die ersten drei Monate im Leben eines Hundes so entscheidend?
- Thüringen 54Welche Auswirkung hat häufige und lange Zwingerhaltung auf die Wesensentwicklung des Welpen?
- Thüringen 55Welche Erfahrungen sind für ein reibungsloses Zusammenleben in der menschlichen Gesellschaft für einen Welpen wichtig?
- Thüringen 56Was muss man bei Übungen mit einem Welpen beachten?
- Thüringen 62Wer wäre der beste Ansprechpartner, wenn es zu Problemen im Zusammenleben mit dem Hund kommt?
- Thüringen 76Wie lernt ein Hund am besten, allein zu Hause zu bleiben.
- Thüringen 85Aus welchem Grund ist es ratsam, dem Hund frühestmöglich beizubringen, nicht an Personen hochzuspringen?
- Thüringen 109Wie kann ein Welpenbesitzer die Beißhemmung weiter trainieren?
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