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Hund unterwegs: Begegnungen, Rücksicht und Verkehr

Unterwegs triffst du Menschen, Tiere und Verkehr. Dein Hund liest dabei jede Bewegung anders als du. Dieser Artikel zeigt, wie du Begegnungen ruhig löst und Rücksicht auf andere nimmst.

Auf dieser Seite
  1. Was jeder Hund mitbringt und braucht
  2. Rücksicht auf Menschen, die Abstand wollen
  3. Kot, Leine und Verhalten im öffentlichen Raum
  4. Jogger, Radfahrer und Pferde
  5. Auto und Parkplatz
  6. Fremde Hunde: Abstand, Spiel und Größenunterschiede
  7. Knurren, Drohen und Rauferei
  8. Läufige Hündin
  9. Üben mit Hundeführerschein Deutschland
  10. Diese 47 Prüfungsfragen gehören dazu

Was jeder Hund mitbringt und braucht

Hunde stammen vom Wolf ab. Sie sind Jäger und zugleich soziale Tiere, die in einer Gruppe leben wollen. Beides erklärt viel: Jagdverhalten ist normal, und Hunde brauchen Gesellschaft.

Artgerecht heißt: täglich Kontakt zu Menschen oder Artgenossen, genug Platz und ausreichend Auslauf. Dazu kommt tierärztliche Versorgung. Die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt Auslauf und regelmäßigen Umgang mit Menschen und Artgenossen. Feste Zeiten wie dreimal täglich nennt das Gesetz nicht. Sie gelten als fachliche Richtwerte.

Auch ohne Krankheit gehört der Hund zum Tierarzt: für den Gesundheitscheck, Impfung, Entwurmung, Zecken- und Flohschutz und vor einer Kastration. Junge Hunde lernen die Praxis dabei spielerisch und stressfrei kennen.

Ein Welpe braucht viele positive Erfahrungen. Er soll Menschen vom Baby bis zum Senior kennenlernen. Je nach Naturell gewöhnst du ihn langsam an Verkehrsmittel und Straßenverkehr. Wächst er nur im Garten auf, fehlen ihm Erfahrungen mit Menschen und häuslichem Alltag. Wichtig ist, wie viel ihm geboten wird. Dazu gehören Staubsauger, Verkehr und andere Hunde.

Eine gut geführte Welpenspielgruppe besuchst du früh, sobald der Welpe gesund ist. Gleichaltrige und souveräne erwachsene Hunde prägen sein Sozialverhalten. Wie ein Welpe aussehen sollte, zeigt auch das Gegenteil: Ist er abgemagert, struppig oder wirkt er krank, gehört er sofort zum Tierarzt. Wird so ein Welpe zum Verkauf angeboten, informierst du das Veterinäramt.

Rücksicht auf Menschen, die Abstand wollen

Wer sich von deinem Hund unwohl fühlt, hat Anspruch darauf, dass du reagierst. Leine den Hund sofort an. Dass er brav ist, hilft den anderen nicht. Der Hund versteht auch keine Erklärungen.

  • Nimmt jemand seinen Hund auf den Arm, will er keinen Kontakt. Ruf deinen Hund zu dir und leine ihn an. Geh so vorbei, dass er weder schnüffelt noch hochspringt.
  • Weicht eine Mutter mit Kinderwagen ängstlich aus, nimm deinen Hund kurz an die Leine. Er geht ruhig neben dir. Hat er Stress, geh mit größtmöglichem Abstand vorbei.
  • Im Hundeauslaufgebiet sagt dir ein Mensch, dass sein Hund Abstand braucht? Rufe deinen Hund und führe ihn vorbei. Auch dort darf jeder Abstand wollen.
  • Ein Blindenführhund arbeitet. Halte Abstand und führe deinen Hund unter Kontrolle.

Springt dein Hund fremde Menschen an, ist das nicht automatisch Aggression. Oft ist es Begeisterung oder eine Spielaufforderung. Du musst es trotzdem abtrainieren. Manche Menschen haben Angst, andere sind einem großen Hund körperlich nicht gewachsen. Belohne vier Pfoten am Boden.

Zu Hause gilt dasselbe: Knurrt dein Hund Gäste an, ist er unsicher. Begrüße Gäste draußen vor der Tür. Dann wird er nicht in sein Revier gedrängt. Zureden oder Leckerli beim Knurren belohnen das Verhalten. Springt er auf das Sofa zum Gast, gehst du ruhig hin und hebst ihn herunter. Dabei wiederholst du das Hörzeichen.

Kot, Leine und Verhalten im öffentlichen Raum

Hundekot auf Straßen, Wegen und in Grünanlagen musst du sofort beseitigen. Das ist zum Beispiel in Berlin Pflicht. Die Hundesteuer gibt dir kein Recht, den Kot liegen zu lassen. Den Beutel am Wegrand abzulegen, reicht nicht. Er muss entsorgt werden.

Als verantwortungsbewusster Halter nimmst du den Hund in der Nähe von Spielplätzen, Schulen, Sportflächen und Liegewiesen an die Leine. Das gilt auch bei Begegnungen mit Menschen und mit Hunden, weil du nicht weißt, wie sie reagieren. In Thüringen steht keine allgemeine Leinenpflicht im Landesgesetz. Städte und Gemeinden können sie aber vorschreiben.

Jogger, Radfahrer und Pferde

Schnelle Bewegung kann Hetzverhalten auslösen. Kommt dir ein Jogger entgegen, rufst du deinen Hund, leinst ihn an und führst ihn vorbei. Gib ihn erst frei, wenn er dem Läufer sicher nicht folgt. Mitrennen steigert die Erregung. „Mein Hund tut nichts“ schützt weder den Jogger noch dich vor Haftung.

Pferde sind Fluchttiere. Sie erschrecken auch vor ruhigen, freundlichen Hunden. Das kann Unfälle verursachen. Ruf deinen Hund heran und leine ihn an, bis Pferd und Reiter vorbei sind. Das gilt auch, wenn der Hund Pferde kennt oder das Pferd nur im Schritt geht.

Willst du mit dem Hund Rad fahren, beachte § 28 der Straßenverkehrs-Ordnung. Du musst den Hund sicher im Griff haben. Am sichersten läuft er angeleint auf der vom Verkehr abgewandten Seite. Eine Halterung am Hinterrad oder eine um die Hüfte gebundene Leine ist besser, als die Leine am Lenker zu halten. Ein plötzlicher Ruck kann dich zu Fall bringen.

Bist du selbst auf dem Rad, und ein Hund ohne Besitzer kommt dir entgegen? Steig ab und bleib ruhig stehen, bis er vorbei ist. Klingeln, Schreien oder schneller fahren erschreckt ihn oder reizt ihn zum Hinterherjagen.

Auto und Parkplatz

Auf einem Parkplatz leinst du den Hund noch im Auto an. Erst dann lässt du ihn aussteigen. Springt er frei heraus, kann er in den Verkehr laufen oder auf andere Menschen und Hunde zustürmen. In Berlin gilt außerhalb des Grundstücks allgemein Leinenpflicht, ein Parkplatz ist keine Ausnahme.

Im fahrenden Auto muss dein Hund so gesichert sein, dass er bei Bremsen oder Unfall nicht durch den Innenraum fliegt. Dafür eignen sich Transportbox, Hundegurt oder Trennnetz. Der Vordersitz ist nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend ist die Sicherung, nicht der Sitzplatz.

Kommt dein Hund frei laufend nicht zurück, trotz Rufen? Lauf ihm nicht hinterher. Das wird ein Fangspiel, und wiederholtes lautes Rufen wertet dein Kommando ab. Dreh dich ruhig um und geh in die andere Richtung. Das macht dich interessant, und der Hund folgt meist von selbst. Wenn er kommt, begrüße ihn freundlich. Wirf nie die Leine nach ihm.

Fremde Hunde: Abstand, Spiel und Größenunterschiede

Spielen darf dein Hund mit fremden Hunden nur, wenn beide Halter einverstanden sind und beide Hunde frei laufen können. Wildes Spiel gehört nicht an die Straße oder an die Leine. Auch nicht dorthin, wo andere gestört oder gefährdet werden. Im Auslaufgebiet gilt das genauso. „Die klären das unter sich“ endet oft mit Mobbing oder einer Beißerei.

Achte auf Größenunterschiede. Ein großer Hund kann einen kleinen versehentlich verletzen, wenn er ihn hetzt oder grob anrempelt. Greif früh und ruhig ein.

Legt sich dein Hund beim Anblick eines fremden Hundes hin, schau genau hin. Liegt er mit starrem Blick und lauernd, ist das jagdliches Fixieren. Es macht dem anderen Hund Angst. Unterbrich es ruhig. Liegt er geduckt mit angelegten Ohren, hat er Angst. Dann beruhigst du ihn. Eine Spielaufforderung wäre locker und federnd.

Zeigt dein Hund bei Begegnungen aggressives Verhalten, gibt es dafür meist Gründe. Er ist vielleicht unsicher. Der andere Hund hat womöglich gedroht, ohne dass ihr es bemerkt habt. Oder er hat erlebt, dass du bei Begegnungen wütend wirst. „Er will seinen Rang klarstellen“ ist überholt.

Hast du einen kleinen Hund, und ein großer kommt dir entgegen? Bleib stehen oder weich ruhig aus. Hektisches Wegrennen kann Jagdverhalten auslösen. Beim Ausweichen vermeidest du Blickkontakt und nimmst den Kleinen notfalls aus der Gefahrenzone.

Knurren, Drohen und Rauferei

Steht dir ein fremder Hund knurrend oder drohend gegenüber, bleib ruhig. Dreh den Kopf langsam zur Seite und sieh über den Hund hinweg. Das sind Beschwichtigungssignale. Sie senken die Spannung. Laut werden, Arme schwenken oder fixieren fordert ihn heraus. Weglaufen kann Hetzen auslösen. Kommt er nicht näher, gehst du im Schritttempo ruhig zurück.

Auch deine Körpersprache kann ein Hund als Drohung lesen. Starren gilt unter Hunden als Drohen. Ein Stock in der Hand kann bedrohlich wirken. Streicheln über den Kopf empfinden viele als Bedrängen. Streichle lieber seitlich an Brust oder Schulter.

Rauft dein Hund mit einem anderen, wirf dich nicht dazwischen. Schreien heizt die Hunde an. Wer zugreift, wird oft selbst gebissen. Am Schwanz oder an den Hinterbeinen zu ziehen kann die Hunde verletzen. Gib früh Hör- und Sichtzeichen, die ihr vorher geübt habt. Hilft das nicht, kannst du in einer Kampfpause versuchen, die Hunde auseinanderzubringen. Oder beide Halter entfernen sich ruhig und zügig in entgegengesetzte Richtungen.

Kommt dein Hund mit Artgenossen nicht gut klar, such dir Hilfe. Passend sind eine moderne Trainerin mit positiver Verstärkung oder ein Tierarzt mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie. Abwarten oder ein Maulkorb als einzige Lösung helfen nicht.

Läufige Hündin

Läufige Hündinnen locken Rüden an. Sie können auch anderen Hündinnen gegenüber gereizt sein. Führe sie deshalb konsequent an der Leine. Ein Stock zur Abwehr ist keine Lösung, das ist tierschutzwidrig.

Begegnet dir mit deinem unkastrierten Rüden eine läufige Hündin, rufst du ihn und leinst ihn an. Erst wenn sicher ist, dass er der Hündin nicht hinterherläuft, machst du ihn wieder los.

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Diese 47 Prüfungsfragen gehören dazu

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Quellen

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