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Hund und Kinder: So klappt das sichere Miteinander

Kinder und Hunde können beste Freunde sein. Sie verstehen einander aber nicht von selbst. Dieser Artikel erklärt, wo es kritisch wird, wie du früh eingreifst und wie du deinen Hund gut an Kinder gewöhnst.

Auf dieser Seite
  1. Warum Hund und Kind oft schwierig sind
  2. Typische Fehler von Kindern
  3. Wenn ein fremder Hund auf dich und dein Kind zukommt
  4. Aufsicht, Spiel und Warnsignale
  5. Den Hund auf Kinder vorbereiten
  6. Darf ein Kind den Hund führen?
  7. Spielplatz, Ballwiese und Ampel
  8. Üben mit Hundeführerschein Deutschland
  9. Diese 31 Prüfungsfragen gehören dazu

Warum Hund und Kind oft schwierig sind

Kinder bewegen sich ruckartig und sind laut. Für einen Hund wirkt das anders als bei Erwachsenen. Krabbelnde oder rennende Kinder können sein Jagdverhalten auslösen. Schreiende Kinder können auf ihn bedrohlich wirken.

Dazu kommen Spielideen, die Hunde nicht mögen. Kinder halten fest, ziehen am Fell oder umarmen den Hund. Außerdem deuten sie seine Signale oft falsch. Und beide Seiten reagieren impulsiv: Weder Kind noch Hund sind in Stress zuverlässig einzuschätzen.

Früher hieß es oft, Hunde sähen Kinder als Gleichgestellte, und es komme zu Rangkämpfen. Heute spricht man eher von Stress und Überforderung. Die Folge bleibt gleich: Beide brauchen einen Erwachsenen, der aufpasst.

Typische Fehler von Kindern

Kinder machen bei Begegnungen mit Hunden immer wieder dieselben Fehler. Sie wirken auf den Hund bedrohlich oder bedrängend:

  • Den Hund direkt anstarren. Starren gilt unter Hunden als Drohen.
  • Mit hochgerissenen Armen schreien oder davonlaufen. Das erregt den Hund oder löst Hetzen aus.
  • Über den Kopf des Hundes streicheln. Viele Hunde empfinden das als Bedrängen.

Besser ist es, seitlich zu stehen und an Brust oder Schulter zu streicheln. Den Blick vom Hund abzuwenden ist dagegen kein Fehler. Es ist höflich und beruhigt.

Auch Gesichtsverletzungen haben meist einen einfachen Grund. Das Gesicht eines Kindes liegt oft auf Schnauzenhöhe. Viele Hunde empfinden Umarmen und Küssen als zu viel Nähe. Wenn sie nicht ausweichen können, schnappen sie. Lefzenlecken ist dagegen ein Beschwichtigungssignal: Der Hund sagt damit, dass er sich unwohl fühlt.

Wenn ein fremder Hund auf dich und dein Kind zukommt

Stürmt ein fremder Hund auf dich und dein Kind zu, bleib ruhig. Stell dich zwischen Hund und Kind. Nimm dein Kind mit ruhigen Bewegungen auf den Arm, wenn nötig. Hektisches Hochreißen, Schreien, Armefuchteln und Anstarren erregen den Hund erst recht.

Kinder sollten fremden Hunden mit Ruhe begegnen. Sie gehen normal weiter und sehen den Hund nicht an. Sie sprechen ihn nicht an. Wollen sie ihn streicheln, fragen sie zuerst die Halterin oder den Halter. Zügig auf den Hund zugehen oder ihn von hinten berühren ist falsch, weil er erschrickt.

Aufsicht, Spiel und Warnsignale

Kind und Hund sind nie ohne Aufsicht zusammen. Das gilt auch für vertraute Hunde und für kleine Hunde. Dabei beobachtest du beide: Kinder erkennen Stresssignale oft nicht, und Hunde zeigen Unbehagen manchmal erst spät.

Beim Spielen greift die erwachsene Aufsicht ein, bevor es zu wild wird. Wilde Rauf- und Rennspiele lässt du gar nicht erst entstehen. Ein Hund, der Spielzeug gegen Kinder verteidigt, ist ein Risiko. Dann gibt es kein gemeinsames Spielzeug.

  • Knurren und Lefzenkräuseln sind normale Warnungen eines erwachsenen Hundes. Der Hund sagt damit früh und ohne Schaden: Es reicht.
  • Bestrafe diese Warnung nicht. Sonst lernt der Hund, dass Drohen nichts bringt, und schnappt beim nächsten Mal schneller.
  • Greif ein, wenn ein Welpe oder Kind aufdringlich ist. Das ist Aufgabe des Menschen, nicht des Hundes.

Unsichere Hunde hältst du an der Leine und mit genug Abstand zu den Kindern. Als Halter stehst du näher am Hund als das Kind. So kannst du im Notfall dazwischen gehen.

Ein Maulkorb kann eine zusätzliche Sicherung sein, wenn der Hund langsam daran gewöhnt wurde. Er ist aber kein Freibrief. Auch mit Maulkorb kann ein Hund ein Kind umwerfen oder bedrängen.

Den Hund auf Kinder vorbereiten

Wie gut ein Hund mit Kindern zurechtkommt, hängt vor allem von seiner Sozialisation ab. Entscheidend ist, was er als Welpe kennenlernt. Er braucht viele angenehme Begegnungen mit Kindern aller Altersstufen. Ein einziges Kind reicht nicht, weil er das Gelernte nicht auf andere Kinder übertragen kann.

Gib dem Welpen immer einen Rückzugsort. Kinder ganz fernzuhalten schafft Unsicherheit. Ein Hund, der alles ohne Gegenwehr erträgt, erlebt Kinder nicht als positiv. Er kann sich nur nicht wehren und wird später eher aggressiv.

Ist es eine Frage des Alters des Kindes? Nur indirekt. Je kleiner die Kinder, desto weniger Rücksicht können sie nehmen. Manchen Hunden wird wildes Toben zu viel. Größere Jugendliche ordnen viele Hunde eher als Erwachsene ein. Mit Rangordnung hat das nichts zu tun.

Darf ein Kind den Hund führen?

In Berlin darf ein Kind den Hund führen, wenn es ihn sicher kontrollieren kann. Außerdem muss der Hund angeleint sein, und es darf von ihm keine Gefahr ausgehen. Die Größe des Hundes entscheidet das nicht. Auch kleine Hunde können beißen, und ein gut erzogener großer Hund kann zu einem geeigneten Kind passen.

Eine eigene Sachkundeprüfung des Kindes verlangt das Berliner Gesetz nicht. Die Verantwortung bleibt bei der Halterin oder dem Halter.

Spielplatz, Ballwiese und Ampel

Auf einer Wiese spielen Kinder Fußball. Der Ball rollt, die Kinder rennen: Das kann auch einen gutmütigen Hund zum Hinterherlaufen bringen. Leine ihn an, bis du vorbei bist und sicher weißt, dass er nicht zurückläuft. Das gilt auch im Hundeauslaufgebiet und für kleine Hunde.

An einer Ampel mit Kindergruppe hältst du Abstand. Dein Hund sitzt oder steht ruhig bei dir an kurzer Leine und schaut zu dir. Kinder anzusprechen, damit sie Platz machen, bringt nur Unruhe.

Bei Kinderspielplätzen sind die Regeln je nach Land verschieden:

  • Nordrhein-Westfalen: Leinenpflicht in öffentlich zugänglichen Park- und Grünanlagen, auch auf Spielplätzen.
  • Berlin und Brandenburg: Hunde dürfen auf Kinderspielplätze nicht mitgenommen werden.
  • Thüringen: Das Landesgesetz enthält keine allgemeine Leinenpflicht für Spielplätze. Städte und Gemeinden können sie aber vorschreiben.
  • Sachsen-Anhalt: Örtliche Verordnungen regeln das oft ausdrücklich. Frag dein Ordnungsamt.

Auch ohne Pflicht gilt: In der Nähe von Spielplätzen leinst du den Hund an. Kinder erschrecken sich schnell. Dass dein Hund kinderlieb oder klein ist, ändert daran nichts.

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Quellen

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